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Radio France Internationale

Deutsche Redaktion fällt Sparplan zum Opfer

 Günter Liehr

Artikel vom 16.01.2009 Letzte Aktualisierung am 29.04.2009 15:08 TU

DR
Die Direktion von Radio France Internationale hat am Donnerstag im Betriebsrat einen sogenannten Modernisierungsplan vorgestellt. Er sieht einen massiven Stellenabbau und die Schließung von sechs Fremdsprachenredaktionen vor.

Insgesamt sollen 206 Stellen gestrichen werden. Das sind rund 20% der insgesamt 1000 Stellen des französischen Auslandssenders. 106 Journalisten sind von dem "Sparplan" betroffen. Laut Direktion soll niemand entschädigungslos entlassen werden.

Bestätigt wurde zudem das Vorhaben, die Sendungen in deutscher, albanischer, polnischer, serbo-kroatischer, türkischer und laotischer Sprache abzuschaffen.

Unter dem Aspekt geopolitischer Entwicklungen seien diese Sprachen nicht mehr von Bedeutung, hieß es seitens der Direktion.

Zahlreiche Hörer und Persönlichkeiten aus Politik, Medien und Kultur hatten gegen die geplante Schließung der deutschen Redaktion protestiert, darunter auch der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, in seiner Eigenschaft als Bevollmächtigter der Bundesrepublik für kulturelle Angelegenheiten in der deutsch-französischen Zusammenarbeit.

Kritisiert wurden die angekündigten Maßnahmen vom Medien-Spezialisten der Sozialistischen Partei, Patrick Bloche. Die besondere Qualität von RFI beruhe vor allem auf seinen Fremdsprachen-Sendungen, unterstrich Bloche in einem Kommuniqué. Durch die angekündigten Maßnahmen werde die Stimme Frankreichs im Ausland weiter geschwächt.